PROJEKTE

Wintersemester 21/22

Die Projekte werden nach geltenden Hygienevorschriften projektspezifisch in Präsenz oder online stattfinden.  Nähere Informationen zu den Hygienevorschriften der TU Berlin findet ihr hier. Informationen, ob euer Wunschprojekt in Präsenz oder im digitalen Raum stattfindet, findet ihr in den jeweiligen Projekttexten. Die Projekte werden dieses Semester in der Woche ab dem 18.10.2021 starten.

Die Projekte des kommenden Wintersemesters 21/22 sind:

  • Climate Justice
  • Teller statt Tank – Möglichkeiten der nachwachsenden Rohstoffe (Frauen*projekt)
  • Postmigrantischer Campus – Eine Utopiewerkstatt
  • Hexen – Häretiker – Rebellinnen: Transdisziplinäres Lektüreseminar zu antipatriarchalen globalen Kämpfen vom Mittelalter bis heute

Das Projekt Teller statt Tank ist ein praktisches Projekt, welches ihr in den Studiengängen EPT, EVT, etc. als Labor anrechenn lassen könnt. Die anderen drei Projekte sind Theorieprojekte.

Climate Justice

Um global die 1,5°C Grenze der Klimaerwärmung nicht zu überschreiten, dürfen nur noch 331 Gt CO2 ausgestoßen werden. Nach aktuellem Konsum wird diese Menge bereits in 7 Jahren erreicht und trotzdem hören wir Zahlen wie 2030 oder 2050 als Zielsetzung. Laut dem BMU, hat Deutschland bereits einen Temperaturanstieg von 1,6°C seit dem Beginn der industriellen Revolution zu verzeichnen. Viel Zeit bleibt uns nicht! Die Folgen der globalen Erwärmung sind bereits bei einem Anstieg eines halben Grades gravierend.

Wie wirken sich diese Folgen eigentlich global aus? Wird die Verantwortung gleichmäßig von der globalen Gesellschaft getragen oder begünstigt der Klimawandel bestehende Ungerechtigkeiten. In unserem Seminar möchten wir Antworten auf diese und weitere Fragestellungen finden, diese kritisch hinterfragen und im Diskurs erörtern.

Seit 1992 tagen die Vereinten Nationen auf Klimagipfeln und beraten über Klimaschutz. Das Kyoto-Protokoll, das Pariser Klimaabkommen, die Agenda 2030, mit ihren 17 Sustainable Development Goals sind dabei wichtige Bausteine. Aber was genau wurde dort festgelegt? Halten sich die Länder an die vereinbarten Ziele? Und werden die Nationen irgendwann für ihre Misserfolge zur Rechenschaft gezogen? Maßnahmen, die die Auswirkungen des Klimawandels mindern sollen, sollten gerecht geregelt werden. Der Globale Norden ist durch die bisher verursachten Emissionen maßgeblich für die heutige globale CO2 Konzentration verantwortlich; muss dieser beispielsweise stärkere Emissionseinsparungen vornehmen als der globale Süden?

Gemeinsam schaffen wir uns einen Überblick, welche Vereinbarungen jüngst in den internationalen Abkommen getroffen wurden und wie sich Klimagerechtigkeit definiert. Wo stehen wir in der Krise und welche Rolle können wír dabei einnehmen? 

Wir wollen zusammen verstehen, welche Forderungen eine klimagerechte Welt erfüllen muss. Dabei können uns bestehende aktivistische Gruppen helfen, die sich gegen den Klimawandel einsetzen und bereits Vorstellungen äußern, welche Alternativen es zu einem ewig währenden kapitalistischen Wachstumsmythos geben könnte. Um uns dem Verständnis zur Klimagerechtigkeit zu nähern, werden wir uns mit bestehenden Maßnahmen zur Reduktion von klimawirksamen Gasen auseinandersetzen, wie zum Beispiel mit dem Carbon Capture and Storage sowie dem CO2-Handel und Kompensation.

Ihr braucht keine Vorkenntnisse mitzubringen, sondern nur eure Motivation und euer Interesse! Spezifisches Fachwissen werden wir uns im Laufe des Projektes aneignen und damit gemeinsam Expert*innen werden. Wir laden herzlichst Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen und auch Menschen aus dem außeruniversitären Kontext ein, mit uns ein diskussionsfreudiges und diskriminierungsarmes Seminar zu gestalten. 

Kommt dazu und lasst uns gemeinsam diskutieren und Lösungen finden. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Unser Projekt findet jede Woche Dienstags von 14-18 Uhr in Präsenz unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften der TU Berlin statt.  Der erste Termin ist der 19.10.2021 (der Raum am Campus Charlottenburg wird noch bekannt gegeben). Obligatorisch für Mitwirkende aller Energieseminare ist außerdem die Teilnahme am Methodentag am 29.10.2021 (14-19 Uhr, online) und an der Abschlusspräsentation am 11.02.2022 (16-18 Uhr), also merkt euch diese Termine am besten schon mal vor.

Möchtest du mitmachen? Melde dich gerne bis zum 11.10.2021 um 18 Uhr unter Teilnahme an.
Bei Fragen schreibt uns gern: climatejustice@energieseminar.de

Wir freuen uns auf euch!
Agatha und Maik

 

 

Teller statt Tank – Frauen*projekt

Potential von Biogas und nachwachsenden Rohstoffe

Was sind eigentlich biogene Kraftstoffe und was für eine Rolle spielen nachwachsende Rohstoffe in der Energieversorgung? Welche organischen Rohstoffe eignen sich besonders für die Biogasproduktion und wie ist die globale Verteilung von diesen? Wie lässt sich Biogas herstellen? Wo ist Biogas eine Chance, wo eher eine Gefahr? – Diesen und noch vielen weiteren Fragen, wollen wir uns in dem Projekt Teller statt Tank – Potenzial von Biogas und nachwachsenden Rohstoffen widmen.

Biogas ist ein essentieller Teil der erneuerbaren Energien, welcher global wenig Beachtung findet, dabei besitzt es gerade aufgrund seiner Speicherbarkeit ein großes Potential. Das Gas entsteht bei der natürlichen Fermentation von organischem Material wie Energiepflanzen, Gülle oder auch kommunalen Abfällen, und kann vielseitig (direkt als Gas oder für die Verstromung) eingesetzt werden. Gerade in ländlichen Gebieten bietet sich die Nutzung von Biogas an, um eine dezentrale Energieversorgung zu sichern und die Verwendung von Feuerholz und fossilen Energieträgern und damit auch die Abholzung zu reduzieren.

Wir werden uns in diesem studentisch selbstorganisierten Seminar mit dem Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und mit der Produktion von Biogas beschäftigen. Hierbei handelt es sich um ein praktisches Projekt, bei dem wir die Anwendung dieser Technologie mit praktischen Versuchsmodellen erkunden möchten. Diese wollen wir auch selbst konzipieren und durchführen, um zu gemeinsamen Schlüssen zu kommen, z.B. könnten wir gemeinsam eine Mikrobiogasanlage bauen. Ihr werdet entscheiden, welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen.

In unserem Seminar interessieren uns nicht nur die technischen Aspekte, sondern auch deren soziale und ökologische Auswirkungen im globalen Nord-Süd-Kontext. Diese hat nämlich durchaus ökologische und soziale Schattenseiten: die Produktion von Agrarrohstoffen konkurriert mit dem Zugang zu Land für die Lebensmittelproduktion. Da die landwirtschaftlich nutzbare Fläche weltweit begrenzt ist, wird uns auch die Frage nach der Entscheidung, diese als Nahrung oder zur Energieproduktion zu nutzen, beschäftigen.

Dieses Wintersemester wollen wir uns in Form eines Frauen*projektes kritisch mit Biogas als regenerativer Energiequelle auseinandersetzen. Aber was ist ein Frauen*projekt(1)? Als Teil einer technischen und männlich dominierten Uni, strebt das Energieseminar an, einmal im Jahr ein Frauen*projekt anzubieten, das Frauen* fördern und empowern soll. Hierbei beschäftigen wir uns auch mit einer gendergerechten Wissensvermittlung und dem Frauenbild, welches uns durch das Studium begleitet. Zudem lernen wir, wie Entscheidungen unter uns Studierenden kollektiv getroffen werden können und wie Gruppenarbeit zu den zu untersuchenden Themen gendergerecht gehalten werden kann. Da bei technik- und ingenieurwissenschaften-lastigen Projekten Frauen* meist aus vielschichtigen Gründen im Nachteil sind, bietet das Energieseminar regelmäßig Projekte an, mit dem Ziel, in einem safer space für einen hierarchie- und diskriminierungsfreien Austausch zu sorgen. Lasst uns gemeinsam neue Erfahrungen machen und neue Freiräume schaffen.

Wenn Dich diese Themen besonders angesprochen haben, dann laden wir Dich ein, dieses Seminar gemeinsam mit anderen Interessent*innen zu gestalten. Student*innen aller Fachrichtungen und auch aus dem nicht universitären Kontext sind willkommen. Du benötigst für die Teilnahme an unserem Projekt keine Vorkenntnisse. Es findet jede Woche Montags von 10 Uhr bis 13 Uhr statt. Das Seminar wird hybrid gestaltet. Das heißt, wir werden sowohl online als auch Präsenztermine am Campus Charlottenburg haben. Der erste Termin ist der 18.10.2021 (online).

Für Teilnehmende aller Energieseminare ist die Teilnahme am Methodentag am 29.10.2021 (14-19 Uhr, online) und an der Abschlusspräsentation am 11.02.2022 (16-18 Uhr) obligatorisch, also könnt Ihr euch diese Termine vormerken.

Möchtest du mitmachen?
Dann melde dich gerne bis zum 11.10.2021 um 18 Uhr unter Teilnahme an!

Schreibt uns, wenn Ihr Fragen habt: biogas@energieseminar.de
Wir freuen uns, Euch bald zahlreich kennenzulernen!

Bis bald,
Jana & Katja

 

(1) Wenn du mehr dazu wissen möchtest, weshalb wir der Meinung sind, dass es Frauen*projekte braucht, lies dir unser Statement dazu durch. Mit Frauen* meinen wir FrauenLesbenTrans*Inter*Menschen, das bedeutet neben Frauen auch Menschen, welche sich außerhalb der bekannten (binären) Geschlechterkategorien “Mann”/”Frau” bewegen.

 

 

Postmigrantischer Campus 

Eine Utopiewerkstatt

Im vergangenen Sommersemester 2021 hat sich das Energieseminar „Uni dekolonisieren!“ mit dem Zusammenhang von Wissen und Macht beschäftigt, sowie Aspekte der Verstrickung von Rassismus, Kolonialismus und Universität untersucht. Daraus ist ein Forderungspapier entstanden, welches konkrete Änderungsvorschläge an die TU Berlin formuliert. Hierauf möchten wir im kommenden Wintersemester 2021/22 gerne gemeinsam mit euch aufbauen und eine Utopie für einen postmigrantischen Campus entwerfen. Also lasst uns mit Uni dekolonisieren Part II beginnen!

Warum postmigrantisch? 

Der Begriff postmigrantisch bezieht sich auf einen gesellschaftlichen Zustand, in dem Migration zur Norm geworden ist und keine Ausnahme mehr darstellt. Es ist ein Status Quo, in dem soziale, kulturelle, strukturelle sowie emotionale Aushandlungsprozesse und Debatten über Rechte, Zugehörigkeit und Teilhabe berücksichtigt werden, unabhängig davon, ob sie durch individuelle Migrationserfahrungen geprägt sind oder nicht.

Für uns ist ein postmigrantischer Campus auch ein postkolonialer Campus. Da die koloniale Vergangenheit bis heute die Machtstrukturen der Universität und unseres postmigrantischen Lebens formt.

Eine Utopiewerkstatt? 

Wir wollen die Ideen aus unserer Utopiewerkstatt in Form eines Printmagazins veröffentlichen und am Campus verbreiten. So wollen wir auch nochmal explizit auf das Forderungspapier aufmerksam machen, um die politischen Forderungen weiterzutragen. Bei der Ausgestaltung des Magazins sind euch keine Grenzen gesetzt: ob Comics, Texte, Gedichte, Illustrationen, etc. – alle Formate sind gerne gesehen! Wir wollen einen Raum schaffen, der kreativ auf Machtungleichheiten aufmerksam macht und es wagt eine intersektional gerechtere Zukunft zu skizzieren.

Neben der Erarbeitung unseres Magazins werden wir uns innerhalb unserer Projektsitzungen thematisch mit Intersektionalität, Rassismus und (Post-)Kolonialismus innerhalb und außerhalb der Universität beschäftigen. Das Seminar ist ein studentisch selbstorganisiertes Projekt, das bedeutet, dass ihr selbst Themenschwerpunkte und Fragestellungen mitbringen und gemeinsam erarbeiten könnt.

Uns ist bewusst, dass wir sehr sensible und gewaltvolle Themen behandeln werden, die Personen je nach ihrer eigenen Positionierung in unterschiedlichem Ausmaß betreffen. Für unser Projekt ist kein Vorwissen notwendig, da wir uns im Laufe des Projektes spezifisches Fachwissen gemeinsam aneignen werden. Uns ist aber eine Bereitschaft zur kritischen Reflektion der eigenen Positionierung und des eigenen Handelns wichtig, damit wir in unserem Seminar möglichst diskriminierungsarm, respektvoll und sensibel miteinander umgehen können. Wir wünschen uns explizit die Teilnahme und das Mitwirken von BIPoC. Wir als Tutorinnen sind heterogen positioniert (My positioniert sich als PoC, Janne positioniert sich als weiß) und werden in diesem Kontext keinen BIPoC Safer Space anbieten. Wenn du magst, schreib uns gerne bei deiner Anmeldung unter „Pers. Anmerkungen“ wie du dich positionierst.

Wir laden herzlichst alle Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen und auch Menschen aus dem außeruniversitären Kontext ein, gemeinsam dieses Seminar zu gestalten.

Unser Projekt findet jede Woche am Mittwoch von 14 bis 17 Uhr in Präsenz am Campus Charlottenburg statt. Der erste Termin ist der 20.10.2021. Es gelten die aktuellen Hygienevorschriften der TU Berlin. 

Obligatorisch für Mitwirkende aller Energieseminare ist außerdem die Teilnahme am digitalen Methodentag am 29.10.2021 (14-19 Uhr) und an der Abschlusspräsentation am 11.02.2022 (16-18 Uhr), also merkt euch diese Termine schon mal vor.

Möchtest du mitmachen? Melde dich gerne bis zum 11.10.2021 um 18 Uhr unter Teilnahme an!
Bei Fragen schreibt uns gerne eine Mail: postmigrantisch@energieseminar.de.

Wir freuen uns auf euch!
My und Janne

 

Hexen – Häretiker – Rebellinnen: Transdisziplinäres Lektüreseminar zu antipatriarchalen globalen Kämpfen vom Mittelalter bis heute 

Wir werden in diesem Seminar etwas sehr Radikales machen: Wir werden ein gesamtes Buch lesen und zwar komplett, von der ersten bis zur letzten Seite. Es geht darum, sich wirklich auf ein Werk und die Gedankenwelt der Autorin einzulassen, in die Tiefe zu gehen, die Argumente und Ideen durchzuarbeiten und ihre Fäden zu aktuellen sozialpolitischen Ereignissen und zum städtischen Raum weiter zu spinnen. Ausgewählt haben wir „Caliban und die Hexe: Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation“ von Silvia Federici. 

Sie ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Theoretikerinnen und seit den 1970er Jahren in vielen feministischen Kämpfen aktiv. „Caliban und die Hexe“ ist die Geschichte des weiblichen und kolonialisierten Körpers während des Übergangs zum Kapitalismus. Ausgehend von den Bauernaufständen des späten Mittelalters und dem Aufstieg der mechanischen Philosophie zeichnet Federici die gewaltsame Durchsetzung des Kapitalismus aus einer geschlechter- und rassismuskritischen Perspektive nach. Das Buch ist sowohl eine historische Studie als auch eine Einführung in feministisch-materialistisches Denken und die damit zusammenhängende Kapitalismuskritik.

Für unser Projekt ist kein Vorwissen notwendig, nur Interesse und die Bereitschaft, das Buch gemeinsam schrittweise zu erarbeiten und sich dabei auf eine respektvolle, gerne auch kontroverse, aber stets konstruktive Diskussion miteinander einzulassen. 

Wir empfehlen euch, ein eigenes Buch zu besorgen (ob neu, Second Hand, ausgeliehen oder digital), sollte es Schwierigkeiten dabei geben, meldet euch bei uns.

Neben der intensiven Lektüre werden wir in dem Seminar Exkursionen in den Stadtraum und in Museen unternehmen. Wo lassen sich die diskutierten Inhalte in der Stadt, in der Kunst, in der Architektur, usw. wiederfinden? Welche historischen und gegenwärtigen Bezüge lassen sich herstellen? Wie genau die Touren und Exkursionen aussehen und wo es hingehen soll, entscheiden wir – wie im Energieseminar üblich  – gemeinsam und ausgehend von euren Interessen und Impulsen. 

Wir laden herzlichst Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen und auch Menschen aus dem außeruniversitären Kontext ein, mit uns ein diskussionsfreudiges und möglichst diskriminierungsarmes Seminar zu gestalten.

Das Seminar findet Donnerstags von 10 bis 13 Uhr statt. Es wird eine hybride Veranstaltung. Einzelne Exkursionen oder Touren können länger dauern und werden dann in den Folgewochen ausgeglichen. Der erste Termin ist der 21.10.2021 und wird über Zoom stattfinden.

Obligatorisch für Teilnehmende aller Energieseminare ist außerdem die Teilnahme am digitalen Methodentag am 29.10.2021 (14-19 Uhr) und an der Abschlusspräsentation am 11.02.2022 (16-18 Uhr), also merkt euch diese Termine am besten schon mal vor.

Möchtest du mitmachen? Melde dich gerne bis zum 11.10.2021 um 18 Uhr unter Teilnahme an!
Bei Fragen schreibt uns gern: hexen@energieseminar.de

Wir freuen uns auf euch!
Lena und Theseas